Der Vergnügungspark wurde 1969 als Kulturpark Plänterwald auf einer Fläche von 29,5 Hektar eröffnet. Das Gelände liegt im Norden des Plänterwaldes in direkter Nähe zur Spree. Er war der einzige ständige Vergnügungspark der DDR und nach der Wende auch der einzige Gesamt-Berlins. Im Gegensatz zu vielen westlichen Parks dieser Art, die oft als Themenpark mit perfekt in die Landschaft eingebetteten Fahrgeschäften gestaltet sind, war die Aufmachung dieses Freizeitparks einfacher gehalten. Ein großer Teil nahm eine Asphaltfläche ein, auf der Fahrgeschäfte und Buden, wie sie auch vom Rummel bekannt sind, dauerhaft aufgestellt waren. Daneben gab es auch parkähnliche begrünte Flächen und feste Funktionsgebäude vornehmlich für Restaurants oder Sanitäranlagen. Eine besondere Attraktion war das Riesenrad, das noch 1989   erneuert wurde und mit 36 Gondeln 45 Meter in die Höhe ragt. Bis zu 1,7 Millionen Besucher kamen zu DDR-Zeiten jährlich. 1991 wurde der „Volkseigene Betrieb Kulturpark Berlin“ vom gemischten Magistrat Berlins abgewickelt. Von insgesamt sieben Bewerbern erhielt die Spreepark Berlin GmbH des Schaustellers Norbert Witte den Zuschlag. Unter Witte wurde der Spreepark schrittweise zu einem Freizeitpark nach west-lichem Vorbild umgestaltet; es wurden Attraktionen des nur von 1987 bis 1991 bestehenden Park Mirapolis bei Paris übernommen. Zwischen-zeitlich hatte der Spreepark 1,5 Millionen Besucher im Jahr. Jetzt wurde ein pauschaler Eintrittspreis (Erwachsene 29 DM, Kinder 27 DM) für den Zutritt und für alle Attraktionen erhoben, anstatt wie bisher an jedem Fahrgeschäft einen individuellen Preis zu kassieren. Die asphaltierte Fläche um das Riesenrad wurde aufgebrochen und in eine Wasserlandschaft umgewandelt. Auf den 21 Hektar, die der Park nutzte, wurden weitere Attraktionen wie Achterbahnen (davon eine mit Looping), zwei Wildwasserbahnen, eine Bühne für Shows, ein Westerndorf und ein englisches Dorf aufgebaut und in die Landschaft eingebettet. Ab 1999 hatte der Park mit großen Schulden zu kämpfen. Diese lassen sich auf einen Besuchereinbruch zurückführen (2001 nur noch 400.000 Besucher), der oft mit dem gestiegenen pauschalen Eintrittspreis und fehlenden Parkplätzen begründet wird. Im Jahr 2001 meldete die Spreepark GmbH & Co. KG Insolvenz an. Nach Norbert Wittes Insolvenz versuchte er sich an einem Freizeitpark im peruanischen Lima („Lunapark“), wohin er sich 2002 mit seiner Familie und seinen engsten Mitarbeitern absetzte. Er verschiffte die sechs Attraktionen Baby-Flug, Butterfly, Fliegender Teppich, Fun-Express, Jet Star und Spider in 20 Schiffscontainern. Auch mit diesem Freizeitpark ging er pleite und wurde im Mai 2004 in Deutschland zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte versucht, im Mast des Fahrgeschäftes Fliegender Teppich 167 kg Kokain von Peru nach Deutschland zu schmuggeln. Seit 2002 wurde der Park nicht mehr dauerhaft für Besucher geöffnet und im Rahmen eines Insolvenzverfahrens abgewickelt. Es blieben Schulden in Höhe von elf Millionen Euro. Seitdem verwahrlost das Gelände, viele Gebäude sind einsturzgefährdet; das Riesenrad lief außer zu einem Probedreh im November 2009 nicht mehr kommerziell. Im August 2014 kam es zu einem Großfeuer im Spreepark, bei dem unter anderem die 1999 errichtete Kulisse Alt-England zerstört wurde. Ab  Januar 2016 übernahm die landeseigene Grün Berlin GmbH den verlassenen Spreepark. Die Gefahrenstellen, marode Gebäude und Fahrgeschäfte müssen beseitigt und die Altlasten abgefahren werden. Die Eröffnung einer Teilfläche soll 2018 stattfinden…

 

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